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Festmesse "1000 Jahre St. Aposteln"

Das Pontifikalamt zum Millenniumsfest der Basilika.
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Datum:
23. Sept. 2021
Von:
AM
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Hier sehen Sie einige Impressionen zum 1000. Kirchweihfest unserer Basilika, die als Pontifikalamt von Erzbischof Rainer-Maria Kardinal Woelki zelebriert wurde.

Im Anschluss an die Messe wurde die Gelegenheit zur Begegnung vor der Basilika im "Schatten" der Statue von Konrad Adenauer von Gästen und Gemeindemitgliedern genutzt.

 

 

 

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Basilikachor, Cappella vocale St. Aposteln, Orchester St. Aposteln
George Warren, Orgel
Vincent Heitzer, Leitung

Wolfgang Amadeus Mozart: "Krönungsmesse" KV 317


 

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Rede von Oberbürgermeisterin Henriette Reker anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung St. Aposteln am 19.09.21

Verehrter Herr Kardinal, eure Eminenz Woelki,

sehr geehrter Herr Domkapitular, Herr Dr. Meiering, 

sehr geehrter Herr Pfarrvikar Dr. Schmitt, 

sehr geehrter Herr Maus als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates,

liebe Festgemeinde,

 

selbst in unserer 2000 Jahre alten Stadt ist es selten ein tausendjähriges Jubiläum zu begehen. Meine herzliche Gratulation. Und meinen Dank, dass ich dieses feierliche Pontikfikalamt mit Ihnen erleben durfte. neulich habe ich eine interessante Aussage gelesen. Sie lautete: „ Es gibt die Form der Müdigkeit, die ein Ausruhen des Körpers verlangt. Und es gibt eine Form der Müdigkeit, die vor allem inneren Frieden und Stille braucht, um überwunden zu werden.“ Ich behaupte, meine verehrten Damen und Herren, dass es die zweite Art der Ruhe ist, nach der unsere Gesellschaft sich sehnt. 

Einige von uns haben die durch die Coronapandemie verordnete Ruhe dafür genutzt, um zu sich selbst zu kommen. Ich bin sicher, dass es die religiösen und spirituellen Orte unserer Stadt sind, die es vermögen, uns dabei zu helfen, diese Müdigkeit zu heilen. Meine Damen und Herren, es ist eine unübersehbare Tatsache: 

Die Welt kommt nicht zur Ruhe. Eine Verdichtung der Krisen wie wir sie aktuell erleben müssen, hat es lange nicht mehr gegeben. Eine weltweite Pandemie, Flut- und Hochwasser vor unserer Haustür, aber auch an anderen Orten dieser Welt, beendete Luftbrücken und Machtverschiebungen bereiten uns große Sorge. Es ist nicht verwunderlich, dass die Menschen rastlos und gleichzeitig kraftlos sind in diesen Zeiten – und umso mehr braucht es Orte wie diesen – die Kirche St. Aposteln. Ein Ort der Stille und der Einkehr. Die Kirchen in Köln sind lebendige Denkmale unserer Vergangenheit, sie mahnen uns aber gleichzeitig auch heute und immer wieder an unsere Verpflichtung zur Mitmenschlichkeit und zum Handeln im Sinne der Gemeinschaft. 

 

In den Kirchen finden wir die Ruhe für die wahrhaft wichtigen Dialoge: mit uns selbst, mit Gott, mit den Geistlichen und der Gemeinschaft. Was mag dieser Ort erlebt haben? Wie eindrucksvoll ist diese Kirche. Seit seiner Grundsteinlegung vor 1000 Jahren ist St. Aposteln deshalb für Köln einer der Orte, der das Leben der Stadtgesellschaft und auch ihren Frieden maßgeblich beeinflussen. 

Die Kölnerinnen und Kölner finden hier seit jeher Antworten auf ihre Fragen, sie schöpfen Kraft im gemeinsamen Gebet – sie heiraten, taufen ihr Kinder, empfangen die Kommunion – sie beten und finden ihren inneren Frieden. 

So ist mir als Oberbürgermeisterin der Stadt der Erhalt unserer Kirchen sehr wichtig – mag auch die Religiosität der Stadtgesellschaft sich verändern – diese steinernen Zeitzeugen unserer Geschichte bleiben mit ihrer zur Andacht einladenden Bauweise unersetzliche Rückzugsorte im Stadtgebiet und Orte der praktizierten Nächstenliebe. Köln hat als Kirchenstadt einen besonderen Stellenwert in Deutschland: mit zwölf romanischen Kirchen können Gläubige aus aller Welt hier in unserer Stadt den Facettenreichtum der romanischen Baukunst auf unvergleichliche Art und Weise erleben. 

Natürlich bleibt der Dom in Köln der Pilgerort, den Menschen aus aller Welt mit Köln verbinden – aber das Spektrum der Glaubensorte in Köln spiegelt wieder, was uns im Kern auszeichnet: es ist ebenso vielfältig wie unsere Stadtgesellschaft selbst!

Und so wünsche ich mir heute, anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Grundsteinlegung der Kirche St. Aposteln eigentlich nur eines: dass dieser Ort in seiner Funktion für alle Kölnerinnen und Kölner so erhalten bleibt. Denn im Hier und Jetzt gibt es eine Müdigkeit, die nur durch eine besondere Stille geheilt werden kann wie sie hier spürbar ist – und wie sie hier zu innerem Frieden führt. 

 


 

Grußwort von Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen zum Jubiläum „1.000 Jahre St. Aposteln Köln“

Eminenz,

sehr geehrter Herr Domkapitular Dr. Meiering,
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
liebe Gemeindemitglieder von St. Aposteln!


Zum Jubiläum „1.000 Jahre St. Aposteln“ gratuliere ich sehr herzlich und sende Ihnen die besten Grüße und Wünsche.
Köln hat mit dem Dom ein weltweit beeindruckendes Kirchengebäude als Wahrzeichen. Wer aber ein vollständiges Bild der Kölner Kirchen, der Stadtgeschichte und des religiösen Lebens bekommen will, der muss unbedingt
auch die zwölf großen romanischen Kirchen Kölns in den Blick nehmen. Alle zwölf sind außerordentlich bemerkenswerte Sehenswürdigkeiten. Doch St. Aposteln ist unter ihnen eine noch einmal herausragende und besonders beeindruckende
Kirche, die nun in diesem Jahr auf eine 1.000 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann.

St. Aposteln und die romanischen Kirchen sind Ausdruck des wertvollen kulturellen Erbes der Stadt Köln und unseres Landes, das eben auch in einer reichen religiösen Tradition gründet. Aber St. Aposteln ist kein Museum, sondern ein inspirierender Ort für die Gegenwart – in vielen Bereichen. Welchen Beitrag das religiöse Leben zur Kultur auch heute leistet, kann man nicht nur an den beeindruckenden Kunstwerken in St. Aposteln und den Kostbarkeiten der Schatzkammer sehen, sondern zum Beispiel auch an der Lebendigkeit und Intensität, mit der hier die Kirchenmusik gepflegt wird. Vor allem aber ist das religiöse Leben hier in der Innenstadtpfarrei besonders bunt und vielfältig und spiegelt alle Facetten der Metropole wider. So ist St. Aposteln aus ganz unterschiedlichen Gründen für viele Menschen im Alltag und an den Feiertagen ein wichtiger Anlaufpunkt in dieser Stadt.
Und so wünsche ich zum 1.000-jährigen Jubiläum von St. Aposteln, dass dieser Ort auch in Zukunft ein wichtiger Bezugspunkt für die Menschen dieser Stadt und darüber hinaus sein möge. Dass St. Aposteln unter sich wandelnden Umständen immer für die Menschen und die Stadt da sein kann.

Wir alle wissen, dass sowohl das kirchliche als auch das gesellschaftliche Leben heute in einer Phase des Umbruchs ist. Umso wichtiger ist, dass es gelingt, in dieser Phase – und auf Dauer – seelsorglich, caritativ und kulturell gestaltend tätig zu sein. Die Gesellschaft und unser Land sind auf diese Beiträge des religiösen Lebens angewiesen.

Ich bin sicher, dass St. Aposteln und die Pfarrei sich diesem Auftrag stellen. Das vielfältige Festprogramm, das Sie in diesem Jubiläumsjahr trotz der Unsicherheiten durch die Corona Pandemie mutig auf die Beine gestellt haben, ist Ausdruck dieser Zuversicht, mit der Sie in die Zukunft gehen. Zu dieser Haltung und zu Ihrem großen Jubiläum sage ich Ihnen einen herzlichen Glückwunsch. Ich hoffe und wünsche sehr, dass St. Aposteln auch weiterhin, hoffentlich auch in 1.000 Jahren, noch ein wichtiger Bezugspunkt für diese Stadt und ihre Menschen sein kann. Ich wünsche Ihnen und allen, die sich St. Aposteln zugehörig fühlen, alles Gute zu diesem ganz besonderen Jubiläum.
Ich wäre so gerne heute bei Ihnen gewesen, aber diese Tage, auch der heutige, fordern mich ganz besonders. Danke, dass ich Ihnen auf diesem alles Gute und Gottes Segen wünschen kann. Ich bin in Gedanken bei Ihnen.


Armin Laschet