BAsilka_Icon


 
10-5  Der Altarraum St. Aposteln - 30 Jahre
    
Am Kirchweihfest, dem 21. September 2005, jährt sich zum 30. Mal die Fertigstellung des neuen Altares und Tabernakelbaldachins von St. Aposteln.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil mit seiner richtungweisenden Liturgiekonstitution hatte Pfarrer Prof. Dr. Theodor Schnitzler diese Altarraumlösung entworfen und von dem Künstler Sepp Hürten ausführen lassen.

Altar und Baldachin spiegeln dabei die Liturgiereform und die Reaktionen darauf wider.

   
Sepp Hürten
wurde am 1. Mai 1928 in Köln geboren; mit seinen Eltern während des Krieges ausgebombt, musste er vorübergehend im Schwarzwald leben. Als 16-Jähriger wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Im Wintersemester 1945/46 begann Sepp Hürten das Studium der Bildhauerei an den Kölner Werkschulen. Seine Lehrmeister dort waren die Professoren Wallner und Gieß. Auf letzteren geht der Entwurf des Bundesadlers zurück. Nach zehn Semestern beendete Sepp Hürten sein Studium und arbeitet seitdem als freischaffender Künstler.

Seine vornehmlich religiösen Kunstwerke sind zahlreich und lassen sich in und um Köln herum besichtigen.


S. Hürten: Kreuzwegstation in St. Aposteln

Zu seinen Lieblingsarbeiten in Köln zählt in St. Pantaleon der neu gestaltete Sarkophag aus weißem Naxos-Marmor, in den am 28.12.1962 ein Bleibehälter mit den sterblichen Überresten der Kaiserin Theophanu (+ 991) eingebettet wurde.
In St. Georg gestaltete Sepp Hürten 1963 Altar, Ambo und Osterleuchter. Den 1930 von Michael Powolny gestalteten Tabernakel integrierte er in ein Bronzegitter.
Anfangs stark umstritten war der in neuromanischer Form gestaltete Vierungsaltar in St. Aposteln. Der Künstler schuf hier 1975 unter Verwendung romanischer Säulen einen Zelebrationsaltar mit aufgelegter Bronzeplatte, darüber eine mächtige Leuchterkrone, in deren Mitte, unter einem vergoldeten Strahlenkranz die Taube des Heiligen Geistes mit einem zierlichen runden Tabernakel schwebt.

Dieses Kunstwerk, das liturgisch vom damaligen Pfarrer Prof. Dr. Theodor Schnitzler inspiriert wurde, basierte auf den Erkenntnissen des 2. Vatikanums und der Ostkirche. Heute ist nicht mehr verständlich, warum sich damals die Gemüter über die neu gestaltete Altarinsel überhaupt erhitzten, bringt sie doch das an dieser Stelle stattfindende Geschehen auf den Punkt.

   
Theodor Simon Schnitzler

* 01.04.1910 in Düsseldorf
† 29.08.1982 in Meerbusch

Einige seiner Lebensdaten:
1928 Abitur am Hohenzollerngymnasium in Düsseldorf
1931 Promotion zum Dr. phil. an der päpstlichen Universität Gregoriana, Rom
1934 Priesterweihe in Rom
1935 Kaplan an St. Maximilian in Düsseldorf
1936 Promotion zum Dr. theol. an der theol. Fakultät der Universität Bonn
1936 Kaplan in St. Joseph, Köln-Nippes
1941 Rektor am Alexianerkrankenhaus, Porz-Ensen
1943 Ernennung zum Seminarprofessor für Liturgik, Ritus und Rubrizistik
1947 Konsultor der Liturgischen Kommission der Fuldaer Bischofskonferenz
1958 Auszeichnung als Päpstlicher Hausprälat
1960 Pfarrer an St. Aposteln (bis 1977)
1960 Konsultor der vorbereitenden Kommission des Konzils
1961 Gründung eines theologischen Fortbildungsinstitut für die dt. Brüderorden
1962 Professor am Bischöflichen Priesterseminar Essen-Werden (bis 1970)
1964 Mitglied der Kommission für Liturgie und Kirchenmusik im Erzbistum Köln
1974 Professor am Studienhaus St. Lambert/ Burg Lantershofen (bis 1981)
1980 Professor am Katholisch-Theologischen Seminar der RWTH Aachen
1980 Ernennung zum Ehrendomherrn an der Kölner Domkirche
Begraben ist er in der Gruft von St. Aposteln, sein Grabstein ist in der Südkonche der Basilika angebracht.
  

Impressum
Empfohlene Standardschriftgröße: 12 Punkt
Katholische Pfarrgemeinde St. Aposteln, Köln
Stand 09.07.2005